Karpfenangeln für Anfänger Teil 2 – Köder und Futter
Geschrieben von admin in Angeln Tipps & TricksKarpfenangeln für Anfänger Teil 1- Die Ausrüstung
Im zweiten Teil schauen wir uns den Ködern zum Karpfenangeln und verschiedene Futterstrategien an. Als erstes muss man sagen, dass der Köder aber vorallem das Anfüttern das A und O sind beim Karpfenageln.
“Ich muss unbedingt die Tasche von haben… und die Liege von…”. Ja, der Markenwahn hat schon so manchen Angler erfasst. Im Grunde ist dagegen ja nichts einzuwenden doch das Problem ist, dass das Futter darunter leidet. Lieber möchte man mit der neuen Rute vor seinen Kollegen “angeben” , als sich ernsthaft mit dem Futter und dem Köder zu beschäftigen.
Zum Hakenköder
Solange wir nicht mit einem einzelnen Hakenköder “Single Hook Bait” ohne anzufüttern fischen, ist es eigentlich völlig egal was wir am Haar zu hängen haben. Selbst eine Holzkugel könnten wir verwenden und hätten wahrscheinlich den gleichen Erfolg.

Mit Dip´s, Powder, Booster, Paste uvm. wird dem Boilie der letze Schliff verpasst.
Das klingt sicherlich paradox, doch sieht es folgender Massen auf einem Futterplatz aus: Der Karpfen schwimmt auf unseren Platz, findet unzählige Boilies und unser Hakenboilie mittendrin. Er lässt sich die “Futterboilies” schmecken und findet irgendwann unseren Hakenköder. Es wäre purer Zufall, wenn er ausgerechnet unseren Boilie am Haken zuerst einsaugen würde. Hier hat sich allerdings bewährt, in der gleichen Geschmacksrichtung zu fischen. Es macht keinen Sinn, wenn ihr euch 125 g “Hookbaits” für 15€ kauft und dann mit minderwertigen, steinharten Futterboilies euren Platz befüttert. Der Karpfen wird kommen, eine Kostprobe von diesen oftmals alten Boilies nehmen und wird wieder verschwinden. Da nutzen selbst eure High Tech Boilies auch nichts mehr.
Also kurz gesagt, fischt den gleichen Boilie mit den ihr auch füttert! Und dies alles in guter Qualität. Dann lieber weniger füttern für´s gleiche Geld. Natürlich funktionieren auch Köder wie der gute alte Mais oder die Tigernuss (ein sehr guter Köder um selektiv Karpfen zu fangen). Die Tigernuss ist so hart, selbst im gekochtem Zustand, dass kaum ein anderer Friedfisch diese “knacken” kann. Daher ein super und angesagter Köder für das Karpfenangeln!
Das Futter
Wie oben erwähnt spielt hier die Qualität die größte Rolle. Boilies sollten generell immer frisch bzw. keine minderwertige Ware sein die oft als Futterboilies verkauft werden.
Füttern wir mit Partikelködern wie Mais, Tigernüsse oder Hanf, müssen diese immer erst vorher gekocht und anschliessend ca. 24 h in Wasser eingeweicht werden. Bei diesem Prozess, kann man je nach Bedarf noch flüssige Lockstoffe hinzugeben. Niemals solche Partikelköder “roh” verfüttern. Das würde unseren Freunden auf Dauer sicherlich nicht gut bekommen
Um schnell eine Lockwirkung zu erziehlen, setzen viele Karpfenangler auf Pellets die es in vielen Größen und Geschmacksrichtungen gibt. Persönlich kann ich einfache Forellenpellets und Halibut Pellets empfehlen. Zweitere sind aufgrund des hohen Ölgehaltes eher für den Sommer gedacht.
Man kann Boilies und Partikel natürlich kombinieren beim anfüttern. Dies hat jedoch einen Nachteil, füttert man viele Pelletes oder Mais, wird man viele “Mitesser” wie Schleie, Plötzen, Rotfedern usw. haben. Gerade in der Nacht, wenn man mal schlafen möchte, können diese unerwünschten Gäste eine Plage werden. Hat man sich einen guten Platz “Spot” ausgesucht, füttert man ca.3- 4 Tage lang vor. Dies muss nicht nötig sein, ist in den meisten Fällen aber dennoch wichtig. Diesbezüglich muss man seine eigenen Erfahrungen sammeln.
Diese 4 Tage könnten wie folgt aussehen:
1.Tag Viele Partikelköder und wenige Boilies
2.-3. Tag Weniger Partikel und erhöhte Menge an Boilies
4.Tag ausschließlich Boilies.
Die Menge des Futters, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen wäre da die Jahreszeit. Im Winter wird bedingt durch das kalte Wasser, der Metabolismus herunter gefahren. Dadurch wird nur sehr wenig gefressen. Ähnlich sieht es im Sommer aus. Im Sommer herscht ein großes Nahrungsangebot in den Gewässern wodurch der Karpfen eh schon gesättigt ist. Also füttern wir in diesen Jahreszeiten deutlich weniger als im Frühjahr oder Herbst. Zum andern muss der Bestand an Karpfen berücksichtigt werden. Umso weniger karpfen, umso weniger füttern wir. Auch hier muss man schauen was am besten funktioniert in einem See. Mit der Zeit werdet ihr so eure Erfahrungen sammeln und wissen, welche Menge wann am besten geht. Manchmal ist weniger Mehr !
Wenn ich zb. nur eine Nacht fische und wenig Zeit habe, dann füttere ich oft nur ca. 500 Gramm Boilies pur pro Spot und habe damit gute Erfahrungen gesammelt. Bei solch einer Menge werdet ihr sicherlich keinen Fisch länger halten können, doch für “One Night Sessions” durchaus gut geeignet.
Das Fischen an Scharkanten
Überall wo der Grund schnell abfällt und Kanten vorhanden sind, findet man ein aussergewöhnlich hohes Nahrungangebot. Vorallem Muscheln, die Hauptnahrung des Karpfens, siedeln sich hier in hoher Stückzahl an. Wenn wir solch eine Kante gefunden haben, platzieren wir unsere Ruten alle genau AUF dieser Kante und legen zwichen den einzelnen Spots eine Futterstrasse an. Die Fische ziehen an der Kante entlang und stossen früher oder später auf unseren Köder.
Das Fischen auf einem Berg/Plateau
Auf ebenen Untergründen, empfielt sich folgende Taktik. Wir legen einen runden Futterplatz an und platzieren unsere Köder völlig unabhängig davon, einige Meter weit weg vom eigentlichen Spot. Große Karpfen werden immer erst eine Weile am Rand stehen, beobachten und vorsichtig fressen. Jetzt haben wir die Chance, dass unser Hakenköder als einer der ersten Boilies eingesaugt wird. Desweiteren fängt man so oft größere Karpfen.
Eine weitere Taktik wäre, wenn wir einen Pop up Boilie verwenden (schwimmender Boilie). Dieser sticht auf dem Spot sofort heraus und kann leichter eingesaugt werden von einem Karpfen. Nicht vergessen vorher ein Blei auf das Vorfach zu klemmem(ca.7 cm hinter dem Haken, je nach Erfahrung). 0,8 Gramm reichen für einen 20 mm Boilie meistens aus.
Wie kommt das Futter zum Fisch?
Das Non Plus Ultra ist nach wie vor ein Boot, von dem man komfortabel aus anfüttern kann. Doch nicht jedem ist dieser Luxus vergönnt bzw. sind Boote auch teilweise verboten. An kleineren Gewässern reicht es oft aus, dass Futter per Hand einzuwerfen. Doch fischen wir an größeren Seen, stossen wir schnell an unsere Grenzen.

Das Boiliewurfrohr die Futterschaufel und PVA Material sind nützliche Dinge beim ausbringen des Futters.
Um Boilies weit hinaus zu befördern, empfiehlt sich das Boiliewurfrohr. Dessen Handhabung bedarf allerdings einiger Übung.
Um Partikel auf unseren Futterplatz zu befördern, kann man bspw. eine Futterkelle nehmen und oder Futterbälle aus Grundfutter formen und in diese die Partikel einkneten. Wollen wir geziehlt weniger und direkt um den Hakenköder füttern, kommt so genanntes PVA Material (wasserlöslich und geschmacksneutral) in Frage. Dieses gibt es als Schlauchgewebe, Schnur oder Tüten. Beim auftreten auf die Wasseroberfläche, löst es sich auf und unser Futter landet direkt um unseren Hakenköder.
Welches Werkzeug für welche Weite?
bis 30 Meter: Futterbombe (Boilies,Pellets und Partikel)
bis 40 Meter: Futterschaufel (Boilies,Pellets und Partikel)
bis 60 Meter: Futterschleuder (Boilies,Pellets und Partikel)
bis 80 Meter: PVA-Beutel und Schnur (Boilies,Pellets und Partikel-im Beutel nur trocken)
bis 90 Meter: Wurfrohr (nur Boilies)
Ich hoffe, ich konnte euch einen Schritt näher in Richtung eures ersten großen karpfen´s bringen. Mit der richtigen Taktik und etwas Geduld, werdet ihr nicht lange auf einen Cipro warten müssen.
In diesem Sinne…Tight Lines wünscht Alex

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[...] Im nächsten Teil beschäftigen wir uns mit der Frage des richtigen Köders zum Karpfenangeln und Möglichkeiten zum Anfüttern. [...]
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