Karpfenangeln für Anfänger Teil 1 – Ausrüstung
Geschrieben von admin in Angeln Tipps & Tricks
Doppelwandiges Zelt für längere Sitzungen. Im Hintergrund gut zu erkennen, die Abhakmatte.
Wenn man Karpfenangler an den Gewässern sieht, könnte man denken,dass ein Angelfachgeschäft gerade umzieht. Diese Flut an Zubehör und neuen Dingen schreckt gerade Einsteiger schnell von diesem Sport ab. Wenn man dann auch noch erschrocken im Geschäft feststellt was die Dinge alles Kosten, dann fragt man sich dreimal ob diese Art des Fischens wirklich die Richtige für einen darstellt. Doch ich kann euch beruhigen. Es muss nicht die 25 000€ Ausrüstung sein. Bereits für rund 300€ habt ihr die wichtigsten Dinge beisammen und könnt loslegen. Zum Beispiel gibt es günstig auf Ebay oder im Fachhandel komplette Sets zu denen ihr dann “nur noch” Kleinteile “Endtackle” benötigt. Eines muss man sich jedoch immer vor Augen führen. Den Karpfen interessiert es herzlich wenig ob am Ufer eine Rute für 1500€ liegt ! Stimmt der Köder und die Platzwahl nicht, wird man auch mit solch Hightech keinen einzigen Karpfen haken! Im ersten Teil möchte ich auf die grundlegende Ausrüstung zum Karpfenangeln eingehen.

karpfenruten 3,60m mit durchgehender Aktion in Kombination mit einer großspuligen Stationärrolle.
Die Ruten
Es müssen nicht unbedingt spezielle Karpfenruten sein. Es reicht eine mindestens 3 m lange Rute, die es verkraftet ein 80 oder 90 Gramm schweres Blei an den Platz “Spot” zu befördern ohne dabei zu brechen.
Die Rollen
Hier werden oft Freilaufrollen verwendet, ich persönlich fische diese nicht. Den kleine Vorteil den diese Rollen haben, macht es für mich nicht lonenswert diese zu verwenden. Eine mittelgroße bis große Stationärrolle wird auch ihren Dient zuverlässig erledigen. Allerdings achtet darauf, dass diese wirklich robust ist. Denn bei einem Drill mit einem 30 Pfund schweren Karpfen, lasten ungeheure Kräfte auf der Rolle.
Die Schnur
Als Anfänger sollte man monofile Schnur der geflochtenen vorziehen(dies ist aber auch Geschmackssache). Denn mit geflochtener Schnur muss wirklich gekonnt gedrillt werden um ein Ausschlitzen des Hakens zu vermeiden. 35er monofile Schnur, ist in den meisten Fällen die richtige Wahl.
Die Bissanzeige
Gerade wenn man mehrere Stunden oder auch Tage am Wasser verbringt, empfhielt es sich akustische Bissanzeiger zu verwenden, denn man möchte sich ja auch mal zur Ruhe legen. Hier sollte man darauf achten,dass die Bissanzeiger wasserdicht sind, ansonsten kann es im Dauerregen zu einer bösen Überraschung kommen. Wie oben schon beschrieben, bieten diese Komplettsets bereits ein Rod Pod, Bissanzeiger, Ruten, Rollen und Swinger. Nun wären wir auch schon beim nächsten Thema. “Was ist denn bitte schön ein Swinger?” Nein, hier handelt es sich nicht um Clubs in denen mal jeder mit jedem darf, sonder um eine optische Bissanzeige.
Diese ist meiner Meinung nach unabdingbar. Eher würde ich auf einen Bissanzeiger verzichten als auf einen Swinger.

stabiles Rod Pod
Das Rod Pod
Das sogenannte “Rod Pod” ist dazu da, die Ruten sicher und stabil zu lagern und den Bissanzeiger und Swinger aufzunehmen. Rod Pod´s gibt es in unglaublich vielen Ausführungen, je nachdem wo man fischen möchte. Angelt man beispielsweise an einem Kanal oder Fluss und muss die Ruten auf einer Steinpackung oder Buhne aufstellen, empfielt sich ein Rod Pod was lange, verstellbare Beine besitz. Muss man gezwungener Maßen die Ruten vor einem Schilfgürtel in tiefem Wasser aufstellen, nimmt man so genannte “Buzzerbars” (Quersträben mit Gewinden an denen die Bissanzeiger befestigt werden) und lange, verstellbare “Banksticks”. Wichtig hierbei ist, dass das Rod Pod stabil steht. Denn wenn ein großer Karpfen wie angestochen loszieht, kann es passieren, dass die Ruten ins Wasser gezogen werden oder das Rod Pod umfällt.

Das "Endtackle" was wir zum Start benötigen.
Vorfächer,Bleie und Kleinteile
Das so genannte “Endtackle” besteht aus wenigen Dingen, die man zum Anfang benötigt. Als erstes stehen da die Vorfächer “Rigs”. Wie man solch eines selbst bindet, habe ich hier beschrieben. Desweiteren benötigen wir noch Boiliestopper, eine Boilienadel und Bohrer, Bleie (min. 80 Gramm) und “Montagen”. Am besten man hat von allem immer etwas mehr dabei um im Falle eines Abrisses gewabnet zu sein.

Abhakmatte, Waage, Karpfensack
Eine sehr wichtige Rolle stellt jedoch etwas ganz anderes dar, nämlich die Abhakmatte. Sie ist dazu dar, den Karpfen beim Abhaken nicht zu verletzen. Würde man ihn einfach auf den Rasen legen oder gar auf Beton, bestünde die Gefahr, dass die lebenswichtige Schleimhaut des Fisches beschädigt werden könnte. Hier hätten Bakterien und Parasiten freie Bahn, was bis zum Tod des Karpfen führen kann. Achtet darauf, dass diese immer feucht gehalten wird und nicht zu klein ist. Wenn der Fisch erst einmal anfängt zu schlagen, passiert es schnell das er von der Matte rutscht.
Ein weiteres, wichtiges Bestandteil der Ausrüstung zum Karpfenangeln, ist der Kescher. Er sollte nicht zu feine Maschenbesitzen, damit das Wasser schnell ablaufen kann. Jedoch auch nicht zu grob, da sonst ebenfalls die Schleimhaut beschädigt werden könnte. Lasst euch nicht täuschen von der Größe solch eines Kechers. Er wirkt auf Allroundangler übertrieben riesig. Doch schnell werdet ihr merken wie wichtig es sein kann, einen Kescher mit 1 Meter Bügellänge zu besitzen.
Leider sieht man immer noch viel zu oft, dass wenn Karpfen gewogen werden, einfach der Haken der Waage hinter einem Kiemendeckel geklemmt wird. Dies ist so, als würde man uns einen Haken in den Mund stecken und uns daran aufhängen. Dementsprechend wird ein Wiegesack benötigt. Oftmals tut es aber auch eine Abhackmatte. Dabei nicht vergessen das Gewicht der Matte abzuziehen. Sonst hat ein 10 Pfund Karpfen schnell mal 16 Pfund
Das soll es an Ausrüstung auch erstmal gewesen sein. Und denkt daran, nicht das Takle fängt den Fisch sondern der Köder
Im nächsten Teil beschäftigen wir uns mit der Frage des richtigen Köders zum Karpfenangeln und Möglichkeiten zum Anfüttern.
Grüße Alex

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